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Ambulanter Fachpflegedienst für gerontopsychiatrische Pflege
Claudia Grimm, Bachelor BA
Burgwedeler Straße 141 b
30916 Isernhagen - HB

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Telefax 0511 6138461

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Gerontopsychiatrie - Was ist das?

Was versteht man unter Gerontopsychiatrie?

 

Das Wort Gerontopsychiatrie setzt sich aus folgenden Begriffen zusammen:

  • Gerontologie: Die Wissenschaft des Alters.
  • Psychiatrie: Behandlung von Hirnerkrankungen und Hirnfunktionsstörungen mit vorwiegend psychischen Symptomen.

Ein typisches Krankheitsbild ist beispielsweise die Demenz (Altersverwirrtheit). Bei allen Formen der Demenz kommt es zu ähnlichen Symptomen und Abläufen.

 

Was versteht man unter Demenz?

 

Im Fachbuch „Die Pflege verwirrter alter Menschen“ von Dr. Erich Grond werden die Stadien der Demenz wie folgt beschrieben:

 

Frühes Stadium

 

Der Kranke ist unaufmerksam, wenig interessiert an Gegenwärtigem, vergesslich für Hauptwörter, indifferent gegenüber sozialen Kontakten, unentschlossen, zögernd.

 

Fortgeschrittenes Stadium

 

Die Merkfähigkeit schwindet. Der Kranke vergisst Vereinbarungen, Geburtstage, Rechnungen zu bezahlen, den Weg nach Hause, verliert Papiere, lässt Hausarbeit liegen, Zeitungen häufen sich. Er entleert den Mülleimer nicht, nimmt Medikamente unregelmäßig, verlegt Sachen und behauptet, andere hätten sie ihm gestohlen, verwechselt Tag und Nacht, antwortet sehr langsam, vernachlässigt Hygiene, Essen und Trinken.

 

Neurologische Symptome treten auf:

  • Aphasie (Sprachstörungen), beginnend mit Wortfindungsstörungen
  • Apraxie (Handfertigkeitsstörungen)
  • Agnosie (Erkennungsstörungen)

All dies erschwert die Aktivitäten des alltäglichen Lebens. Intellektuelle Fähigkeiten wie Rechen-, Urteils- und Kritikfähigkeit, Denken und Problemlösungen schwinden.

 

Spätes Stadium

 

Der Kranke ist räumlich und situativ desorientiert: wandert ziellos, fehlidentifiziert die Pflegenden als Angehörige, verkennt die Situation. Die persönliche Orientierung schwindet: er weiß nicht, wie er heißt, hat Illusionen.

 

Die neurologischen Symptome schreiten weiter fort:

 

Der Patient teilt sich unzusammenhängend oder nur mit Gesten mit. Abnorme Reflexe können auftreten. Er entblößt sich, onaniert öffentlich oder belästigt Pflegende. Er wird inkontinent. Die Feinmotorik schwindet: er kann sich kaum noch an- und ausziehen, waschen, essen und zur Toilette gehen, kritzelt seinen Namen; Krämpfe und Anfälle von Lecken, Kauen und Lippenschnalzen sind möglich.


Endstadium

 

Der Kranke lässt Urin und Stuhlgang unter sich, liegt bewegungslos im Bett, geht nicht mehr, handelt sinnlos oder wiederholt, reagiert kaum noch auf Reize, kommuniziert auch nonverbal nur noch eingeschränkt, erkennt niemanden mehr, hat Halluzinationen, vegetiert nur noch, wird widerstandslos und stirbt an Lungen- oder Nierenbeckenentzündung, Austrocknung oder Fehlernährung oder weil er vorzeitig als Pflegefall aufgegeben wurde.

 

Natürlich bleibt zu sagen, dass die Übergänge fließend sein können oder auch Symptome aus verschiedenen Stadien gleichzeitig vorhanden sind. Neben den gesamten psychiatrischen Erkrankungen kommt es altersbedingt zusätzlich auch zu einer Vielzahl von somatischen Diagnosen, wie zum Beispiel internistische oder andere Leiden.